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Autor:Wiebke Becker
Datum:19.11.2010
Views:302
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Imbisswagen als sozialer Migrations-Treffpunkt

migmag, das neue Online-Magazin der kulturellen Vielfalt illustriert ein Migrationsprojekt der besonderen Art:

Hot Dogs, Pommes, Crepes und Cola sind die "Verkaufschlager" am kleinen Imbisswagen, der sich am eher nüchternen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOH) im ostwürttembergischen Heidenheim positioniert. Das Ehepaar Lana und Gagik Gevorkjan aus Georgien betreiben den Imbisswagen für die Sambo-Abteilung des Heidenheimer Sportbundes (hsb) nun schon ein Jahr. Es war ihre Chance, sich eine neue Existenz in Deutschland aufzubauen.
Um zwei Stehtische gruppieren sich Freunde, die alle aus Osteuropa stammen. Der drahtige Abdula Keller aus Dagestan, Oleg Boroday aus der Ukraine und seine Freundin Victoria Spravbic aus Moldawien. Sie sprechen Russisch. Sie sprechen Deutsch. Sie sprechen die Sprache der Jugendlichen, die hierherkommen, um auf den nächsten Bus zu warten oder Freunde zu treffen um in die Stadt weiterzuziehen.
Eduard Marker aus Kasachstan hat vor einem Jahr mit seinem Kampfsportverein, Abteilung Sambo, den Imbisswagen am neu gebauten Busbahnhof übernommen. Lange Zeit war der Platz um die Wurstbude das Areal rivalisierender Jugendgruppen - besonders nachts wurde er zu einem unsicheren Ort, bis Schüler einer Hauptschule dann die Idee des mobilen Imbisswagens aufbrachten, der neben Essen auch für Sicherheit am Busbahnhof sorgen sollte.
Eduard Marker engagierte sich für diese Idee und bekam den Zuschlag und Lana Gevorkjan mit ihrem Mann eine neue Chance.
Heute ist der Platz um den Imbisswagen ein sicherer Ort: jeden Freitag und Samstag betreuen zwei Mitglieder des Kampfsportvereins die Haltestelle bis spät in die Nacht. Sie tragen dazu bei, dass Konflikte vermieden werden und am Ort ein Gefühl von Sicherheit erlebbar ist.
Die sich hier treffenden Jugendlichen, vorwiegend mit Migrationshintergrund, begriffen schnell, dass Abdula Keller nicht nur Weltmeister im waffenlosen Kampfsport Sambo ist und mit zwei Griffen Streitigkeiten elegant entschärfen kann, sondern auch, dass er jemand ist, der zuhört und ihnen das Gefühl gibt, dass jemand da ist - und wenn die Gespräche oft bis in die Nacht anhalten.






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